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Der Bichon frisé ist ein idealer Wohnungshund, der nicht haart. Er erreicht eine Schulterhöhe von ca. 25-27 cm und ist von robuster Gesundheit, welche ihm zu einer erstaunlich hohen Lebenserwartung verhilft.
Sein Wesen ist ausgeglichen und selbstbewußt. Fremden Personen oder anderen Hunden gegenüber zeigt er sich freundlich und ohne Aggressionen. Kinder liebt er über alles,
und das Spielen und Toben mit ihnen bereitet ihm viel Freude. Doch nicht nur das Spielen macht ihm viel Spaß, sondern er läßt sich auch sehr gerne mal verwöhnen und liebt es, gestreichelt zu werden. Keinesfalls ist er hektisch oder nervös und hat nicht das Bedürfnis, den ganzen Tag beschäftigt zu werden. Er paßt sich problemlos in den individuellen Alltagsrythmus ein. Der Bichon frisé ist ein Hund, der auch problemlos eine gewisse Zeit alleingelassen werden kann.
Seine Abstammung findet der Bichon frisé im Water Spaniel bzw. Barbet. Daher stammt der Oberbegriff “Barbichon”. Zu dieser Gruppe der Bichons zählen heute die folgenden 5 Rassen: der Bichon Maltais (Malteser), der Bichon Bolognais (Bologneser), der Bichon Havanais (Havaneser), der Bichon Ténériffe (Bichon frisé) sowie das Petit chien lion (Löwchen). Der Name Ténériffe ist auch heute noch in einigen Rassehundebüchern anstelle des Namens Bichon frisé zu finden.
Er stammt aus der frühesten Zeit um 1500, als Spanische Segler einige dieser Hunde mit sich auf die Canarischen Inseln brachten. Dort wurde er gezüchtet, und an hochstehende spanische und italienische Persönlichkeiten verkauft. Von dort haben französische Eindringlinge viele Hunde dieser “neuen” Rasse als Kriegsbeute mit nach Hause gebracht.
1515 hielt dann der Bichon frisé unter Francis I (1515-1547) Einzug in die hochherrschaftlichen Königshäuser.
Den Höhepunkt seiner Popularität erreichte er 1574 unter der Regierung des Henry III (1574-1589). Der Bichon frisé, der soviel Anmut und Lieblichkeit an sich hatte, eroberte im Sturm die Herzen der französischen Damen der Renaissance. Er wurde von ihnen mit soviel Aufmerksamkeit umgeben, daß er in jedem Salon der Mittelpunkt war. Er wurde parfümiert, geschmückt mit Bändchen und Schleifchen. Man drehte ihm Löckchen ein, kurzum er wurde von allen Seiten verhätschelt. Dadurch kam man von dem alten Namen Ténériffe ab und nannte ihn Bichon (franz. verhätscheln: bichonner). Der Zusatzname frisé bedeutet lediglich “gelockt”.
Erst im März 1933 wurde ein Standard über diese Rasse geschrieben, und eineinhalb Jahre später, im Oktober 1934, wurde er erstmalig im Zuchtbuch des französischen Hundeverbandes aufgeführt. Der Bichon frisé ist eine franco-belgische Rasse.
1956 erst wurde er nach Amerika gebracht, von wo aus dann 1973 das erste Zuchtpaar durch amerikanische Einwanderer nach England eingeführt wurde. Dieses Zuchtpaar hat dann 1974 den ersten Wurf englische Bichon-frisé-Welpen hervorgebracht. Heute ist die Zucht dieser Rasse in England sehr verbreitet.
Die Rasse gilt als ausgesprochen aufmerksam und wachsam, wobei er aber kein “Kläffer” ist. Bei Spaziergängen kann der Bichon frisé sehr ausdauernd sein, benötigt aber keine ausgedehnten Wanderungen, um sich wohl und ausgelastet zu fühlen.
Pflegen sollte man den Bichon frisé, in dem man das üppige Haar etwa einmal wöchentlich bürstet und kämmt. Der jugendliche Hund sollte jedoch alle 1-2 Tage gebürstet werden, da sein Haar noch recht weich und dünn ist. Die Augen werden am besten regelmäßig von den Haaren freigeschnitten, da es sonst zu Reizungen führen kann.
In Deutschland ist die Rasse besonders durch den begeisterten Bichon frisé-Freund Dr. Eduard Möckesch bekannt geworden. Er hat durch sein Wirken als internationaler Richter die Popularität dieser Rasse enorm gesteigert. Dr. Möckesch hat uns verlassen, die Bichon frisé und deren Beliebtheit sind in Deutschland geblieben. Wir hoffen, daß auch die deutschen Züchter die Rasse verantwortungsvoll so erhalten, wie sie seit “Urzeiten” gewesen ist.
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Zuerst einmal, was ist ein Bologneser ? - Der Bologneser ist ein Kleinhund, in die Familie der „Bichons” gehörend, langhaarig und naturweiß.
Diese antike Kleinhunderasse hat ihren Ursprung in Italien, wo sie in sehr frühen Zeiten als zierlicher, intelligenter Luxushund des gehobenen Damenstandes gehalten wurde.
Der Bologneser war - bis zur Öffnung der Grenzen
zur ehemaligen DDR - sehr selten. Es gab in Westeuropa nur einige Züchter, welche aus Berufung alles daran setzten, um den Bologneser vor dem endgültigen Untergang zu bewahren. Der Bologneser ist ein reizender Begleithund frohen Gemütes, jedoch nicht allzu lebhaft.
Äußerst intelligent ist er seinem Herrn und seiner Familie sehr zugetan. Für die Kinder ein richtiger Spielkamerad, welcher sich aber notfalls in einen wütenden Bewacher des Hauses verwandeln kann.
Man weiß sehr wenig über den Ursprung dieser Rasse, da die einschlägige Literatur nicht viel über die Herkunft dieser Luxushundes aussagt. Sicherlich muß der Malteser - wie bei vielen Kleinhunderassen - abstammungsmäßig mit im Spiel gewesen sein.
Man weiß lediglich, daß man schon im 11. und 12. Jahrhundert den Bologneser dank seiner Anmut und Schönheit sehr schätzte. Speziell beliebt war dieser Hund dann in der Renaissance, wo sich insbesondere die Damen der noblen Gesellschaft einen Bologneser hielten.
1668 sandte Cosimo de Medici acht kleine Bologneser-Hunde nach Belgien und beauftragte Oberst Alamanni, diese in seinem Namen einigen hohen Persönlichkeiten aus Brüssel zu schenken. Auch heute noch werden in Belgien regelmäßig Bologneser gezüchtet.
In der ehemaligen DDR erfreute sich die Rasse großer Beliebtheit. Die dortige Zuchtbasis begründete sich in Importen aus der UdSSR. Der russische Bologneser-Typ ist insgesamt etwas zierlicher und kleiner als der westeuropäische. Nach der Wiedervereinigung wurden die östlichen Zuchtbestände größtenteils von unserem Verband übernommen und stellen heute eine wertvolle Blutauffrischung für die alten Linien dar, die sich bis dahin mit einer kleinen Zuchtbasis aus nur wenigen, die Rasse beeinflussenden und erhaltenden Stammhunden beschränken mußten.
An die ruhmvolle Geschichte des Bolognesers sind viele große Namen der Vergangenheit geknüpft, wie der von der Marquise de Pompadour (1721-1764) und von Katharina der Großen von Rußland (1729-1796). Auch die österreichische Kaiserin Maria Theresia besaß einen Bologneser, den sie so sehr liebte, daß sie ihn nach seinem Ableben präparieren ließ.
Er kann noch heute im Wiener Naturhistorischen Museum bewundert werden. Auch der Ex-König von Italien, Umberto II. von Savoyen, überreichte Prinzessin Jose von Belgien einen Bologneser.
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Cavalier-King-Charles-Spaniel
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Um die geschichtliche Entwicklung der meisten Hunderassen rankt sich - wie auch beim Cavalier - ein Gespinst von Wahrheit, Dichtung und Wunschdenken. Es ist deshalb auch unglaublich schwierig, diese Dinge zu differenzieren.
Sieht man jedoch von ersten allgemeinen Erwähnungen über die “Toy-Spaniel” ab (z.B. Mrs. Jullana Berner “The Book of St.Albans”, 1486; oder Dr. Johannes Caius “De Canibus Britannicus”, 1570), so dürfte es als sicher anzusehen sein, daß
die Wiege der heutigen Cavaliere im höfischen England Charles I. und Charles II. lag; wenngleich auch an anderen europäischen Königshöfen kleine “Toy-Spaniel” als Luxusspielzeug für die Damenwelt außerordentlich beliebt waren.
Dies wird auch durch Bilder alter Meister eindeutig dokumentiert, wie z.B. von van Dyk, der den Cavalier-King-Charles-Spaniel zum Freund der Kinder prägte auf seinem Bild “Kinder Charles I.”. Die Liebe zu diesen Hunden ging zu Charles I. und II.-Zeiten so weit, daß die Hunde alle Räumlichkeiten des Palastes betreten durften, ja sogar der Zugang ins Parlament durfte ihnen nicht verwehrt werden. Zeitgenössische Berichterstatter schrieben von unglaublichem Gestank und Schmutz, verursacht durch die Hunde. Dieses Zutrittsrecht wurde per Gesetz manifestiert und bis heute nicht widerrufen. Obwohl immer wieder gerne zitiert, ist dies jedoch eher als ein vergessenes juristisches Relikt anzusehen; denn wie ein erst kürzlich durchgeführter Versuch einer englischen Züchterin zeigte, wurde ihr sehr deutlich der Zutritt zum Parlament mit ihrem Cavalier verwehrt. Der Cavalier-King-Charles-Spaniel gehört mit einem Körpergewicht von 5,5 - ca. 8,5 kg zu den Zwergspanieln. Am Hofe Charles II. erlebte die Cavalierzucht ihren historischen Höhepunkt, was sich in vielen Bildern alter Meister widerspiegelt. Diese schon damals so große Beliebtheit der Rasse - besonders als Begleit-, Luxus- und Schoßhund der Damen - ist zum größten Teil in seinem einmalig-freundlichen Wesen und seinem unnachahmlichen Charme zu suchen, Charaktereigenschaften, die bis in die heutige Zeit das Bild dieser Rasse prägen!
Der Cavalier ist trotz seiner geringen Größe ein äußerst robuster und anpassungsfähiger Hund. Er paßt auch in kleinere Wohnungen, vorausgesetzt, man läßt ihm genügend Gelegenheit, sich bei Spaziergängen auszutoben. Im Umgang sowohl mit Erwachsenen als auch Kindern ist er ein immer freundlicher und ausdauernder Partner. Er ist absolut kinderfreundlich und auf Spaziergängen ein unermüdlicher Begleiter, bei jedem Wetter! Der Cavalier zeigt keinerlei Neigung zur Nervosität und ist nicht streitsüchtig.
Die “üblichen Haustiere” werden von ihm durchaus akzeptiert und im Umgang mit Hunden - auch anderer Rassen - ist er absolut unproblematisch. Auch die Erziehung ist selbst für den “Hundeneuling” problemlos zu bewältigen. Ein gesundes Maß an Konsequenz und eine klare Linie sind jedoch erforderlich - nicht immer leicht, wenn er seinen Menschen mit großen, sanften Augen ansieht.
Der Cavalier ist ein äußerst eleganter Hund, der aktiv und anmutig an seiner Umwelt teilnimmt. Sein sanfter Ausdruck ist in Verbindung mit seinem unnachahmlichen Charme Begründung für den Titel “Cavalier”. Der Cavalier wird in 4 Farben gezüchtet: Tricolour, Blenheim, Black + tan und Ruby.
Der Cavalier ist kein pflegeintensiver Hund. Er soll ein natürlicher Hund sein und bleiben. Man darf den Cavalier weder trimmen noch mit sonstigen kosmetischen Maßnahmen in seinem Äußeren beeinflussen. Lediglich das Haarkleid sollte regelmäßig gebürstet werden. Gebadet wird der Cavalier nur, wenn es unbedingt notwendig ist. Da der Cavalier bei Schlechtwetterspaziergängen keine Pfütze scheut, ist es jedoch manchmal nötig, ihn danach von dem Schmutz zu befreien.
Dazu reicht klares Wasser ohne Zusatz irgendwelcher Shampoos. Die meisten Cavaliere sehen den Tierarzt lediglich zu den jährlichen Impfungen.
Immer wieder werden Cavalier-Züchter mit dem Irrglauben konfrontiert, Hündinnen seien anschmiegsamer und leichter zu erziehen als Rüden. - Dies trifft beim Cavalier keineswegs zu!
Was Sie an Liebe und Sorge an Ihrem Cavalier “investieren”, gibt er Ihnen hundertfach zurück - unabhängig vom Geschlecht.
Wenn Sie also nicht züchten wollen, dann legen Sie sich nicht auf ein Geschlecht fest. Besuchen Sie einen oder mehrere Züchter und lassen Sie Ihr Herz sprechen. Dies wird mit Sicherheit die beste Grundlage für eine absolute Traumpartnerschaft sein.
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Der Chihuahua, allgemein bekannt als „die kleinste Hunderasse der Welt”, ist eine der ältesten Hunderassen, die man kennt, und um ihren Ursprung gibt es so viele Rätsel wie bei kaum einer anderen Rasse. Dafür sind um so mehr (mehr oder weniger glaubhafte) Legenden entstanden.
Die populärste und seit Jahren als wahrscheinlich angenommene Ursprungsgeschichte ist die, daß der Chihuahua der heilige Hund der Tolteken gewesen sein soll. In diesem voraztekischen, kriegerischen Stamm, welcher im Hochtal von Mexiko lebte, wurden Tiere gehalten, die bei religiösen Festen geopfert wurden. Man nannte sie Techichi, und ihre Spur läßt sich bis in das 7. - 9. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgen. Leider konnte
niemals eindeutig nachgewiesen werden, daß der Techichi tatsächlich ein Hund war. Nach übernahme des Toltekenreiches durch die Azteken sollen diese auch deren Hunde weiter gehalten und verehrt haben. Die Azteken bevorzugten die Exemplare mit den sehr großen Augen, rundem Kopf und tiefem Stop. Starb ein Azteke, so wurde er zusammen mit seinen Habseligkeiten und seinem Hund verbrannt.
Der Chihuahua hat sich in den letzten Jahren Dank seiner Robustheit, seiner geringen Größe und seines unvergleichlichen Charakters zu einer sehr beliebten Zwerghundrasse entwickelt, die immer mehr Anhänger findet.
Der Chihuahua ist ein sehr kleiner Hund, dessen Gewicht entsprechend dem Standard zwischen 500 und max. 2.500 - 3.000 g liegt. Das Äußere des Hundes wird hauptsächlich von dem großen, runden Kopf, dem kurzen Fang und den großen, weit abstehenden Ohren geprägt. Als Typ akzeptiert man den etwas gedrungenen, kräftigeren “cobby-type” und den etwas hochläufigeren, zierlichen “deer-type”. Bei beiden ist der Rücken jedoch absolut gerade, die Läufe sind ebenfalls gerade und parallel gestellt. Die Hinterhand mit gut ausgeprägten Winkelungen. Die Rute ist hoch angesetzt und wird entweder im Bogen über dem Rücken getragen, so daß die Spitze den Rücken knapp berührt oder säbelartig nach hinten, die Spitze aber nicht tiefer als die Sprunggelenke. In der Bewegung werden die Pfoten parallel gesetzt, ohne daß sie kreuzen.
Trotz seiner kleinen Größe bewegt sich der Chihuahua kraftvoll elegant mit ausreichend Schub aus der Hinterhand.
Den Chihuahua gibt es in allen Farben und Farbkombinationen. Bei entsprechenden Farben sind auch hellere Augen und aufgehellte Nasenschwämme und Lidränder erlaubt. Es gibt den Chihuahua in zwei Varianten:
Kurzhaarig:
mit gleichmäßig über den Körper verteiltem, dichtem kurzem Haar, das im Nacken und an der Rute etwas länger sein darf;
Langhaarig:
außer an Fang, Kopf und Vorderseite der Läufe ist das Haar lang, es bildet besonders an der Brust, den Ohren, den Rückseiten der Läufe und an der Rute eine dichte lange Krause, Hosen und Fahne.
Schwache Behaarung auf der Rückseite der Ohren wird toleriert, haarlose Stellen am Körper sind nicht erlaubt.
Der Chihuahua ist ein intelligenter, lebhafter und kesser Zwerg, der sich vor nichts fürchtet, was man besonders bei Begegnungen mit fremden, großen Hunden berücksichtigen muß. Er ist sehr robust und wenig krankheitsanfällig, und er kann sehr alt werden. Chihuahuas, die 17 Jahre und älter werden sind keine Seltenheit. Dies gilt allerdings in der Regel nicht für extrem kleine Exemplare. Chihuahuas mit einem Endgewicht von 1.000 g oder weniger werden mit zunehmender Kleinheit anfälliger, und die Lebenserwartung nimmt ab. Man sollte daher eine gezielte Zucht auf Zwergwuchs nicht fördern. Das ideale Gewicht eines unkomplizierten Chihuahuas liegt zwischen 1.500 und 2.500 g. In dieser Größe sind sie unverwüstlich und laufen auch sehr gerne große Strecken mühelos. Man sollte auch nicht darauf verfallen, einen Chihuahua zu verzärteln. Er läßt sich zwar gerne verwöhnen, aber eigentlich möchte er ein “richtiger Hund” sein. Wegen seiner Größe kann er überall mitgenommen werden, so daß er seinem Herrn ein ständiger, treuer Begleiter sein kann, der sich dank seiner Cleverness leicht erziehen läßt.
Charakterunterschiede gibt es zwischen den beiden Haarvarianten: Der Kurzhaar ist der ursprünglichere, er braucht eine etwas festere Hand, sonst wird er leicht zum Beherrscher seines Herrn. Er kann manchmal stur und schwer zu überzeugen sein und neigt teilweise etwas zur Streitsüchtigkeit. Der Langhaar ist der sanftere, eher bereit nachzugeben und für den unerfahrenen Hundehalter in der Anfangserziehung daher der einfachere.
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Der Havaneser war unter den Zwerghunden bis vor kurzer Zeit eine der selteneren Rassen. Von einigen beherzten Exilkubanern, die während der Kennedy-Ära nach Amerika flüchteten und ihre Hunde mitnehmen konnten, ist diese Rasse gerettet worden.
Sein Ursprung ist nicht sicher feststellbar. Man vermutet jedoch, daß der Malteser als Vorfahre des Havanesers mit den spanischen Eroberern in die Karibik kam und sich dort, hauptsächlich
auf Kuba, als eigene Rasse entwickelte. Die ersten Havaneser wurden damals “Havana Silk Dog” (Havana`s Seidenhündchen) genannt, nach Kubas Hauptstadt.
Lange Zeit ein sehr beliebter Kleinhund, der speziell von den Damen der hohen Gesellschaft gehalten wurde, erfreute sich der Havaneser im 17. Jahrhundert auch in Europa größter Popularität. Wie viele andere Hunderassen auch, geriet der Havaneser nach und nach in Vergessenheit.
Der Havaneser ist ein Zwerghund von leicht rechteckigem Format. Sein Gewicht beträgt 3,5 bis max. 6 kg. Der Oberkopf ist flach und breit; der Stop unauffällig. Der Fang ist relativ schmal mit sehr flachen, nicht überhängenden Lefzen, schwarze Nase und Scherengebiß. Die Augen ziemlich groß und sehr dunkel, vorzugsweise schwarz mit mandelförmiger Lidöffnung; er hat relativ spitze Hängeohren mit Faltenbildung. Der Havaneser trägt seine lange und seidig behaarte Rute hoch. Seine Brust ist tief mit gewölbten Rippen. Die Haare sind weich und eher glatt, an den Spitzen leicht gelockt, höchstens am Fang leicht begradigt. Das lange, weiche und seidige Haarkleid, welches ihm eine große Eleganz und außergewöhnliche Vornehmheit verleiht, ist selten rein-weiß. Meist kommt beige in allen Schattierungen, braun, grau, anthrazit oder weiß mit großen Abzeichen in den vorgenannten Farbtönen vor.
Der Havaneser ist außergewöhnlich intelligent und durch seine stets wache Neugierde sehr leicht zu erziehen. Mit seinem offenen Wesen und seinem unwiderstehlichem Charme gewinnt er im Nu jedes Herz und wird sehr bald der Mittelpunkt jeder Familie.
Er ist außergewöhnlich drollig und kameradschaftlich - deshalb ist er auch speziell Familien mit Kindern zu empfehlen. Obwohl ein Zwerghund, ist er vom Charakter und seiner Konstitution her für jede spielerische Kampftat zu haben. Übrigens ist der Havaneser auch ein ausgezeichneter Schwimmer, der nichts mehr liebt als im Wasser herumzutollen.
Havaneser wurden in früheren Zeiten in sehr vielen Wanderbühnen und auch im Zirkus angetroffen. Keinem anderen Hund konnte man so leicht irgendwelche “Kunststückchen” beibringen. Dieses “Schauspieler-Gebaren” hat er wohl immer noch ein bißchen im Blut!
Was man weniger weiß ist, daß Havaneser auch ausgezeichnete Hüte- und Herdehunde sind. In Kuba wurden sie sehr oft auf dem Kleinbauernhof für diese Tätigkeit eingesetzt. Von der Familienkuh bis hin zum Geflügel, alles wurde vom kleinen Havaneser gewissenhaft “zusammengehalten”. Aus dieser Anlage heraus versteht man auch leichter seinen unbestechlichen Hütetrieb! Besucher werden gebührend angemeldet; ohne dies aber in hysterisches Dauerkläffen ausarten zu lassen. Gegenüber der Gefahr sind sie beherzt, mutig, ja sogar kühn.
Wie sein “Familienvetter”, der Malteser, hat der Havaneser ein fülliges, weiches Haarkleid, das aber keinem saisonbedingtem Haarwechsel untersteht. Regelmäßiges Kämmen und Bürsten erhalten ihm sein schönes, seidiges Aussehen. Baden darf man ihn sooft man will. Sein leicht gewelltes Haar darf man bei Privathunden schneiden, wobei dies meist gar nicht nötig ist. Ausstellungshunde werden nicht gewickelt, da das Haar nicht bodenlang fallen soll.
Wie gesagt, der Havaneser ist sehr auf “seine” Familie bezogen und wirklich glücklich, wenn er auch ganz als vollwertiges Familienmitglied aufgenommen wird.
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Das Löwchen, eine Spielart der Bichon-Gruppe, “Bichon petit chien-lion” genannt, als französisch-belgische Rasse geführt, weist eine typische Schur auf, die ihm das Aussehen eines Miniatur-Löwen gibt. Auch auf dem Titelbild des ältesten deutschsprachigen Hundebuches, von dem Schweizer Conrad Gesner um 1550 verfaßt, ist ein Löwchen abgebildet, und zwar in einer Schur, die dem Haarwuchs des Löwen sehr ähnlich sieht. Daraus kann man vielleicht erkennen, daß die Schur des Pudels von der des Löwchens übernommen
worden ist.
Den Ursprung dieser Rasse kann man bis in das 14. Jahrhundert zurückverfolgen. In der damals erbauten Kathedrale von Amiens, über dem Grab des Hl. Firmin, findet man zwei Löwchen in Stein gehauen, die ebenfalls schon die typische Schur aufweisen.
Auf den Gemälden von Breughel dem älteren, Goya, Teniers und vielen anderen, sind die Löwchen wiederholt dargestellt und somit für die Nachwelt verewigt.
Trotz der Beliebtheit in früher Zeit erging es auch dem Löwchen so, wie anderen kleinen Hunderassen: es geriet in Vergessenheit, da schon damals genau wie heute der Modetrend eine große Rolle spielte. Um die Jahrhundertwende waren sie sogar ganz verschwunden. Erst der Belgier De Coninck zeigte kurz vor Beginn des ersten Weltkrieges wieder eine Reihe schöner Löwchen auf Ausstellungen. Wie er dazu kam, ist leider nicht überliefert. Man nimmt an, daß De Coninck später auswanderte und seine Löwchen mitnahm. Wieder wurde es lange Zeit sehr ruhig um diese Rasse, sie verschwand vollends von der Bildfläche.
Madame M. Bennert aus Brüssel gebührt nun das große Verdienst, den “petit lion” sozusagen von der Straße weg aus Überbleibseln der alten Rasse wieder erzüchtet zu haben und startete dadurch einen einmaligen Wiederaufbau.
Durch Wissen und Erfahrung ist es ihr gelungen, diese Bichon-Variante zu einem regelmäßigen Vertreter auf unseren Ausstellungen zu machen.
In einer Rassebeschreibung jüngeren Datums kann man nachlesen, daß es im Jahr 1966 weltweit nicht mehr als etwa 40 Löwchen gab und davon etwa 10 in Deutschland. Zu dieser Zeit war Dr.vet.med. Hans Rickert aus Borken einziger deutscher Züchter.
Wer Gelegenheit hatte, Löwchen im Spiel in der Gruppe zu sehen, wird wohl feststellen können, daß solch ausdauernde Spaziergänger und begeisterte Autofahrer durch ihre Intelligenz, Kontaktfreudigkeit, Anschmiegsamkeit, besonders geeignet sind für unsere heutigen Wohnverhältnisse. Löwchen sind in der Regel leichter erziehbar als viele andere Rassen; sie sind lebhaft und trotzdem keine Kläffer was will man mehr.
In Westeuropa sind die Löwchen durch diese Eigenschaften wieder zu einem Begriff geworden, worüber wir uns sehr freuen, mitgetragen auch von ihrem entzückenden Aussehen. Diese kleinen, grazilen, schwerelos wirkenden Hunde müssen die typische Schur aufweisen, die der klassischen Schur des Pudels entspricht, wenn sie ausgestellt werden.
Bekannt wurde das Löwchen in den letzten Jahren durch die amerikanische Fernsehserie “Hart aber herzlich”, wo das Löwchen “Friedward” allerdings als voll behaarter Wuschelhund ohne die typische Schur erscheint.
Bei einem quadratischen Gebäude soll die Schulterhöhe zwischen 20 bis 35 cm betragen. Durch solch unterschiedliche Größen ist eine Standardisierung des Gewichtes nicht möglich. Der Kopf ist kurz, breit und konvex. Die kleinen Ohren, mit schöner langer Befransung, schlicht, seitlich herabhängend, sind ziemlich weit hinten angesetzt, wodurch der Oberkopf breiter erscheint. Die Augen sind ausdrucksvoll, groß und rund, mit voller Lidrand-Pigmentierung. Der Fang soll kurz und gerade, weder abfallend noch zu breit sein. Der Nasenschwamm sollte schwarz, bei braunen oder beigen Löwchen kann er auch braun sein. Es wird ein gleichmäßiges Scherengebiß verlangt. Der Hals darf nicht zu kurz und nicht zu lang sein, jedoch kräftig und etwas gebogen. Das Gebäude ist fast quadratisch, kurz, mit gerader und fester Rückenlinie; der Brustkorb kräftig und tief. Die Rute mittellang, hochangesetzt, gebogen über dem Rücken getragen (nicht einfach hoch), mit schöner Quaste am letzten Rutendrittel. Die Läufe sollen schlank, gerade und muskulös und hinten gut gewinkelt sein. Die Pfoten sind klein und rund. Das Haarkleid hat Unterwolle, ist mittellang und gewellt, jedoch nicht gelockt, mit der vorschriftsmäßigen Schur. Alle Farben sind erlaubt.
Löwchen trotzen jedem Wetter, sind vollkommen unempfindlich und dazu noch menschenfreundlich. Wäre das nicht ein Hund für den noch Unentschlossenen? Aber bitte nicht anschaffen, weil das Löwchen selten ist und man damit angeben könnte. Solche Menschen sollten auf einen Hund ganz verzichten, egal welcher Rasse.
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Sowohl in der Literatur als auch in der Kunst gibt es konkrete Beweise für die frühe Existenz des Maltesers. Der Malteser, hier sind sich wohl alle Kynologen einig, gilt als einer der ältesten Zwerghunde. Für Hunderassen, die so früh entstanden sind, ist es fast unmöglich, bis an den Ursprung zurückzugehen, so daß ihr Entstehen nicht zurückzuverfolgen ist.
Seinen Namen verdankt er sehr wahrscheinlich einer Verwechslung. Die Insel Mljet vor der Dalmatischen Küste, welche im Altertum “Melitaea” hieß, dürfte der Rasse den Namen gebracht haben; daraus leitete sich dann irrtümlicherweise der
Name “Malteser-Hündchen” ab.
Mit großer Wahrscheinlichkeit kann man annehmen, daß die Mittelmeerinsel Malta als Ursprung des Maltesers gilt. Dies soll jedoch nicht heißen, daß die Rasse auf dieser kleinen Insel entstanden ist, sondern vielmehr, daß von dort das Interesse an dieser Rasse ausging. In der Zeit der Phönizier und Karthager gab es in vielen Teilen der Erde kleine Schoß- oder Damenhündchen, und einige davon wurden wahrscheinlich von Händlern nach Malta gebracht. Diese Hunde mögen wohl ursprünglich eine Funktion als Rattenfänger oder ähnliches gehabt haben, aber es scheint offensichtlich, daß sie zu dieser Zeit eher als Statussymbol als einem Zweck dienten. Um den Prestige-Gedanken zu erhalten, wurde die Rasse sorgfältig bewacht und Besitzer solcher Hunde gab es nur in der Oberschicht.
Über die Jahrhunderte hatte die Rasse verschiedene Namen: Malteser, Melitea, Melitei und Bichon. Letzterer gibt denen Recht, die behaupten, daß Malteser und Bichon frisé in Wirklichkeit nur 2 Linien einer einzigen Rasse darstellen.
Es ist einzigartig, daß das Haar keine Unterwolle bildet, dies deutet auf einen Ursprung in einem warmen Klima, wie das des Mittelmeeres und nicht einem kalten Klima wie Tibet oder China hin, daher erscheint es wahrscheinlich, daß sich die Rasse von West nach Ost ausgebreitet hat und nicht umgekehrt.
Kleine Hunde wurden von Händlern als Geschenke an einflußreiche Persönlichkeiten im Orient gegeben. Dies war die Fortsetzung einer alten Tradition in China und im Tibet, tauschten doch schon die Kaiser von China und die Dalai Lamas von Tibet Pekingesen und Lhasa Apsos bei besonderen Gelegenheiten. Der Malteser wurde zweifelsohne auf ähnliche Weise verwendet, und da man damals noch nicht unsere Reinzucht kannte, wurde der Malteser wahrscheinlich in alle orientalischen Rassen eingekreuzt. Dies würde das rezessive Weiß-Gen erklären, das heute in den orientalischen Rassen vorkommt.
Während der ersten Jahrhunderte seiner Existenz im Mittelmeerraum wurde der kleine Malteser(ähnliche) Hund Ägyptens sicherlich mit dem Spitz(ähnlichen) Hund Mitteleuropas gekreuzt. Dies hat wohl die Größe verändert, es erhöhte aber auch die Widerstandskraft. Die Kreuzung mit spitz-pomeranien-artigen Hunden in andere Kleinhunde war während eines gewissen Zeitraumes üblich. Die Kreuzung von Rassen bedingt einen Austausch von Erbanlagen. So wurde nicht nur die Farbe des Maltesers in die orientalischen Rassen und auch in den Spitz-Pomeranian eingekreuzt, sondern auch sicherlich deren Farben in den Malteser. Dies würde das Tan und Zitronengelb beim vormals weißen Malteser erklären und auch das Vorkommen von farbigen Maltesern in Europa zu Beginn des Jahrhunderts.
Der Malteser ist ein kleiner, eleganter Zwerghund mit einem Gewicht zwischen 3 und 4 kg. Die Widerristhöhe liegt zwischen mindestens 19 und höchstens 26 cm Schulterhöhe. Insgesamt ist der Malteser deutlich länger als hoch.
Das Haarkleid ist reinweiß (elfenbeinfarbige Schattierungen sind erlaubt, solange es keine deutlichen Abzeichen sind), bodenlang und von einer Textur wie schwere Seide. Das Haar ist glatt und schwer, ohne Locken; die Unterwolle fehlt.
Die tägliche Pflege des Maltesers ist für das Wohlbefinden des Hundes unerläßlich. Dazu gehört in erster Linie das Kämmen und Bürsten des Haarkleides. Mit einer guten Wildschweinborsten-Bürste werden die Haare täglich gepflegt. Dazu legt man den Hund am besten auf den Rücken und beginnt mit dem Bauchhaar. Mit kurzen kräftigen Bürstenstrichen wird das Haar Lage für Lage durchgearbeitet. Besondere Beachtung legt man dabei auf die leicht zum Verfilzen neigenden Stellen zwischen den Vorder- und Hinterläufen und hinter den Ellenbögen. Auf der Seite liegend oder im Stand wird zuerst alles Haar nach oben und anschließend Lage für Lage nach unten gebürstet.
Für den Kopf benötigt man einen Kamm. Nach dem Durchkämmen des Kopfhaares trennt man aus den äußeren Augenwinkeln das obere Kopfhaar heraus und bindet es zu einem Schopf.
Zum Entfernen des Schmutzes aus dem Barthaar, verwendet man einen groben und anschließend einen feinen Kamm. Die Bewegung des Maltesers ist durch kurze schnelle Schrittfolgen charakterisiert, so daß der Eindruck entsteht, daß der Hund gleitet. Der Gang darf auf keinen Fall an den eines Pekingesen erinnern.
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Auch wenn es sehr schwer ist, die Entstehung alter Rassen bis zum Ursprung zurückzuverfolgen, so ist man sich einig, daß der Mops aus Ostasien, sehr wahrscheinlich aus China stammt. Schon lange vor unserer Zeitrechnung war es Tradition, daß im alten China kleine Hunde gezüchtet wurden, die, wenn sie auch in Typ und Haarart variierten, eines gemeinsam hatten: Kurze, breite und flache Köpfe. Diese Hunde wurden in Palästen gehalten, mit Sorgfalt gezüchtet (die Zucht wurde von eigens dafür ausgebildeten Personen, zumeist Eunuchen, überwacht, und man kannte schon damals schon so etwas ähnliches wie unsere heutigen Zuchtrichter) und galten als Kostbarkeit. Regelmäßig wurden
solche Palasthunde zu besonderen Anlässen an andere Herrscherhäuser verschenkt.
Wie genau man die Hundezucht nahm, wird aus Aufzeichnungen aus der Tang-Dynastie (ca 950 n.Chr.) deutlich, nach denen damals 8 “Rassen”, unterschieden nach Typ, Körperbau und Haarart gezüchtet wurden, u.a. der “Lo-Sze”, in dem man den Urahnen unserer heutigen Möpse vermutet. 4000 (!) Eunuchen wetteiferten darum, den perfektesten Rassevertreter zu züchten, was uns ahnen läßt, welchen Stellenwert die Hundezucht einnahm.
Der Mops ist ein ausgeglichener, immer zu Späßen aufgelegter Hund, der sich dem Temperament seines Besitzers vollkommen anpaßt. Seine Reizschwelle (so er denn überhaupt eine hat) liegt äußerst hoch, so daß Aggression, Bösartigkeit oder Streitereien mit Artgenossen praktisch nicht vorkommen. Er ist ohne Probleme zusammen mit anderen Hunden (vom Chihuahua bis zur Deutschen Dogge), Katzen oder anderen Haustieren gut zu halten. Auch für Kinder ist er ein immer spielbereiter Kamerad, der auch einmal einen kleinen Knuff ohne weiteres wegsteckt. Wind und Wetter machen ihm nichts aus, lediglich bei großen Anstrengungen bei hohen Temperaturen muß er aufgrund seiner kurzen Nase kapitulieren.
Besonders der sehr junge Mops hat ein ungeheures Temperament und scheint vor Energie fast zu platzen. Und genau da ist der Besitzer gehalten, regulierend einzugreifen, denn der Mops kennt seine Grenzen im wahrsten Sinne des Wortes oftmals nicht: Ich habe Möpse erlebt, die sich regelrecht bis zum Kollaps “getobt” haben. Man muß also in der Lage sein, für seinen Mops den Punkt zu erfühlen, wann es genug für ihn ist! Wenn dann mit etwa 2 Jahren die “wildeste Phase” überstanden ist, hat man damit keine Probleme mehr.
Der Mops braucht eine konsequente Erziehung. Konsequent deshalb, weil er immer wieder versuchen wird, durch irgendwelche Clownereien von Erziehungsmaßnahmen abzulenken, und wenn er erst einmal merkt, daß er mit dieser Methode erfolgreich ist, dann hat es sich sehr schnell auserzogen. Der Mops hat ein sehr scharfes Gespür dafür, wie ernst dem Besitzer ein Befehl ist, und je nachdem wird er sich von bedächtig bis überhaupt nicht an eine entsprechende Anordnung halten. Möpsen sagt man häufig nach, sie seien stur und dickköpfig. Ich glaube nicht, daß das der Fall ist; ich sehe in entsprechendem Verhalten eher das Resultat einer inkonsequenten Erziehung. Der Mops möchte von seinem Besitzer ernstgenommen und als Partner respektiert werden, dann wird er sich auch mit all seinem Vermögen bemühen, es seinem Herrn rechtzumachen.
Damit sich die vom Standard geforderte Kompaktheit und Festigkeit der Muskulatur entwickeln kann, braucht der Mops ausreichend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung. Das “multum in parvo” wurde früher oftmals falsch interpretiert, und anstatt der Kompaktheit durch entsprechende Bemuskelung sah man häufig einfach dicke und überfütterte Möpse im Ausstellungsring. Da diese Tiere dann auch noch prämiert wurden und somit verstärkt in die Zucht gelangten, hat man unterschwellig eine Zuchtauslese in Richtung “guter Fresser” gefördert. Dies ist heute noch spürbar, und man muß stets ein Auge auf die richtige Futtermenge haben, denn von alleine hört der Mops bestimmt nicht auf zu fressen, solange die Schüssel noch voll ist.
Bis auf eine gewisse Anfälligkeit für Augenverletzungen sind beim Mops keine Auffälligkeiten in Bezug auf gesundheitliche Probleme festzustellen. Bei vernünftiger Haltung und etwas Schonung im Hochsommer wird der Mops bei guter Gesundheit steinalt. Das Schnarchen und Grunzen ist rassetypisch und darf getrost überhört werden. Ganz eigen ist dem Mops ein charakteristischer Geruch, der sich allerdings nicht beschreiben läßt, den muß man “erlebt” haben.
Wer sich einen Mops anschaffen will, sollte nur bei einem guten Züchter kaufen. Schon als Welpe ist der Mops ein ausgeprägter Individualist, der viel Aufmerksamkeit und Zuwendung braucht. Bei Massenhaltung und -zucht ist dieses nicht gewährleistet. Leider sind alle Mopswelpen so fatal niedlich, und schnell ist man versucht, aus sentimentalen Gründen “irgendwo einen mitzunehmen”. Davor sollte man sich hüten, denn nur ein mit Sachverstand gezüchteter und entsprechender Kenntnis aufgezogener Welpe garantiert einen kerngesunden und wesenstypischen Mops.
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Die korrekte, vollständige Rassebezeichnung lautet Kontinentaler Zwergspaniel, innerhalb dieser unterscheidet man zwei Varietäten:
Papillon (Stehohriger Typ)
Phalène (Hängeohriger Typ)
“Papillon” ist das französische Wort für “Schmetterling” (daher auch der Name Schmetterlingshündchen), womit auch schon ein wesentliches Merkmal der Rasse beschrieben ist: Die sehr großen, seitlich vom Kopf abstehenden Ohren erinnern an die ausgebreiteten Flügel des Schmetterlings, dieser Eindruck wird noch
verstärkt, wenn die erwünschte weiße Blesse vorhanden ist, die das Gesicht symmetrisch in zwei Hälften teilt.
“Phalène” ist das französische Wort für “Nachtfalter”, dessen Flügel wie das Phalèneohr nach unten zeigen.
Allgemein wird der Ursprung der Zwergspaniels in Europa vermutet, obwohl nicht ganz ausgeschlossen werden kann, daß seine Vorfahren - wie so viele Zwerghunde - aus Ostasien stammen. Es wäre durchaus möglich, daß anläßlich der Entdeckungsreisen des Marco Polo Ende des 13. Jh. asiatische Hundezwerge ihren Weg nach Europa gefunden haben, die den Grundstein für die Entwicklung der Zwergspaniels gebildet haben könnten. Tatsache ist, daß erste Belege für die Existenz von kleinen Luxushündchen, die im Typ sehr genau unserem heutigen Phalène entsprechen, erstmals auf italienischen Fresken und Ölbildern ab dem 13. bis 14. Jh. zu finden sind. Zumeist sind diese Hündchen zusammen mit Kindern oder Personen des Adels abgebildet. Es liegt nahe zu vermuten, daß aus den zur Jagd verwendeten Spaniels irgendwann eine Zwergform entstanden ist, die dann den hochherrschaftlichen Damen und ihren Kindern als Spielgefährten und Zeitvertreib überlassen wurden. Ein gewisser Jagdtrieb ist auch heute noch bei Papillons und Phalènes eindeutig festzustellen.
Kontinentale Zwergspaniels sind sehr familienbezogene, lebhafte Zwerghunde. Immer bereit zu Spielen, Toben und Schmusen, aber dennoch einfühlsam und mit einem feinen Gespür dafür, wenn der Besitzer etwas Ruhe haben möchte. Unstimmigkeiten innerhalb “seiner” Familie bemerkt er sofort und er leidet sichtlich darunter. Die Welt ist erst wieder für ihn in Ordnung, wenn alles wieder harmonisch ist und seinen gewohnten Gang geht. Wie alle Hunde, die eng in der Familie leben, kennt er deren Tagesrhythmus genau und stellt sich darauf ein. Er mag es, wenn man viel mit ihm spricht, das gibt ihm die Sicherheit, beachtet zu werden. Wer berufstätig oder regelmäßig mehrere Stunden täglich außer Haus ist, sollte sich keinen Zwergspaniel anschaffen. Die Rasse ist zu sensibel, aber auch zu intelligent, als daß sie es erträgt, über größere Zeiträume nicht beschäftigt zu werden. Vor allem jüngere Hunde müßten in solchen Fällen zumindest einen Spielkameraden ( selbe oder andere Zwerghunderasse, eventuell auch eine Katze) erhalten, damit sie nicht unglücklich sind. Erst beim älteren Zwergspaniel läßt dieser Betätigungsdrang etwas nach, und die Tiere verschlafen dann die Zeit, in der sie alleine sind, um dann nach Rückkehr des Besitzers umso aktiver zu sein.
Er liebt lange Spaziergänge zu jeder Jahreszeit, und die Reste seines kleinen Spaniel-Instinktes lassen ihn gerne dieses oder jenes aufstöbern und verfolgen. Stöcken- oder Bällchenfangen und apportieren sind willkommene Einlagen während eines Spazierganges. Auch wenn er an sich mit normalem Gassigehen “um den Block” auskommt, sollte er regelmäßig längere Ausflüge zugestanden bekommen, bei denen er sich - frei von der Leine - richtig austoben kann.
Der Zwergspaniel ist von Natur aus sehr aufmerksam und meldet sich sofort, wenn er ungewohnte Geräusche oder Personen wahrnimmt. Hier bedarf es manchmal einiger Konsequenz (schon vom Welpenalter an), damit er nicht zum Kläffer wird.
Die Pflege ist trotz des langen Haarkleides erstaunlich unaufwendig. Weil keine Unterwolle ausgebildet wird, neigt er nicht zum Verfilzen, so daß kurzes tägliches Bürsten genügt. Nur bei dem sehr feinen Haar der Ohrfransen können sich leicht Knoten bilden, daher benötigen sie besondere Sorgfalt. Hosen und Rute werden ebenfalls regelmäßig mit einem mittelfeinen Kamm durchgekämmt, und schon sieht der Papillon/Phalène immer adrett und gepflegt aus. Schmutz meidet er meist von sich aus, was in zudem noch pflegeleichter macht.
Die Lebenserwartung liegt realistisch bei etwa 12 Jahren, viele werden bis zu 15 Jahre alt, in seltenen Ausnahmefällen mehr.
Wer sich einen Zwergspaniel anschaffen möchte, sollte nur bei einem wirklich guten Züchter kaufen, dessen Hunde voll in Haus und Familie integriert sind. Weil sie so sensibel sind, sind Fehler und Vernachlässigung durch den Züchter in der Aufzuchtsphase besonders fatal und eigentlich nicht mehr reparabel. Zwergspaniels, die nicht mit der notwendigen Zuwendung aufgewachsen sind, sind fast nicht mehr in der Lage, das Versäumte aufzuholen und sie bleiben häufig ihr Leben lang scheu und zurückhaltend, selbst gegenüber dem eigenen Besitzer.
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Der Schipperke ist die kleinste Variante aller bisher bekannten Schäferhunde. Der Name entstammt dem flämischen Wort ?Schäperke?, gleichbedeutend mit ?kleiner Schäferhund?.
Der große belgische Kynologe Huge gibt ihm als Ahnen einen schwarzen Hund sehr alter Rasse, genannt Leuvenaar. Er sah in dieser Rasse den gemeinsamen Stammvater aller belgischen Schäferhunde. In Belgien entwickelte er sich zum populärsten Haushund.
Schon im 15. Jahrhundert schrieb der Mönch
Wenzel in einer Chronik, es gäbe in Brügge kein Haus, in dem nicht ein kleiner schwarzer schwanzloser Hund säße. Um 1690 dann war der Schipperke der Favorit der Brüsseler Schuster, die regelmäßige Zusammenkünfte mit ihren Hunden auf dem Gronenplatz in Brüssel abhielten. Sozusagen Vorläufer unserer heutigen Ortsgruppenschauen. Sie wetteiferten in der Herstellung von kunstvollen Halsbändern. Es hieß damals, ein Schuster könne wohl ohne seine Frau ausgehen, niemals aber ohne seinen Hund.
Im frühen 19. Jahrhundert war der Schipperke der verbreiteste Haushund in Belgien. Am 21. Juli 1880 organisierten einige Jagdhundeliebhaber die zweite belgische Hundeschau.
Einer ihrer führenden Männer, der Graf von Beauffort, richtete eine besondere Klasse zur Ehre des belgischen Nationalhundes ein, ausgeschrieben als “kurzhaariger Terrier”! Nicht ein einziger Schipperke wurde gemeldet.
Die Vertreter der Zucht konnten sich nicht vorstellen, daß der Hausbegleiter der Handwerker und Arbeiter in die Ränge eines Showhundes aufsteigen könne. Wenig später wurde die nächste Ausstellung in Spa’ organisiert und hier wurde der erste Schipperke gezeigt.
Als Königin Marie Henriette von Belgien einen Schipperke erwarb, schien der Weg dieses kleinen Hundes geebnet. Das Jahr 1882 wurde zum Gründungsjahr des Soc. Saint Hubert.
Bei Anlegung des ersten Zuchtbuches im Jahre 1885, Livre des Origines St. Hubert = L.O.S.H. war auch der Schipperke als reinrassig von Anfang an dabei, wiederum als kurzhaariger Terrier geführt.
Die Brüsseler riefen ihre Hunde zärtlich “Spitzke”, wegen des spitzen Fanges, die Binnenschiffer “Schipperke”. Durch die Verquickung beider Kosenamen und die Tatsache, daß der Schipperke bei uns nur durch die Binnenschiffer bekannt wurde, fälschlicherweise als “Schifferspitz” bis in unsere Tage bezeichnet, hat doch der Schipperke vom Wesen her keine Ähnlichkeit mit dem Spitz.
Schipperkes in früheren Zeiten vom Jäger zum Stöbern und als Gehilfe des Frettchens eingesetzt, haben diese Eigenschaft auch heute noch. Man kann mit einem Schipperke ohne besondere Vorbildung eine Schafherde dirigieren.
Während des 2. Weltkrieges gaben viele Züchter die Zucht auf und als nach dem Kriege der Pudel zum Modehund unserer Zeit wurde, fegte die Brandung der Pudelwelle die Rasse fast vollständig aus dem Sinn kynologisch interessierter Europäer.
Dabei ist es eine Rasse für unsere Zeit, für die kleineren Wohnungen, wie für die einbruchgefährdeten Häuser. Der hervorstechendste Charakterzug eines Schipperkes auf alles aufpassen zu müssen, was seinem Herrn gehört, seine Klugheit, verbunden mit einer hingebungsvollen Anhänglichkeit, freundlich im Umgang mit Kindern, ein pflegeleichtes Fell und nicht zuletzt seine Sportlichkeit neben einer außerordentlich robusten Gesundheit machen ihn zum idealen Haushund.
Und vergessen Sie nicht: wenn Sie einen Schipperke im Hause haben, können Sie getrost den Schlüssel wegwerfen. Diebe werden ihn als Teufel kennenlernen.
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Es gibt viele Arten von Hunden in China. Wegen seiner Schönheit und Liebenswürdigkeit steht der Shih-Tzu an erster Stelle. Er ist allgemein bekannt als langhaariger, tibetischer Löwenhund. Durch langjährige Zucht wurde der “Lhasa-Löwenhund” zu einer speziellen Kleinhundrasse, dem Shih-Tzu.
Obwohl der Shih-Tzu seinen Namen und jetziges Aussehen dem alten China verdankt, weiß man, daß seine Vorfahren aus dem Tibet stammen und dort als “Heilige Hunde” lebten. Sie existierten schon, als Srong-Tsan Gamp dort im 7. Jh. n. Chr. den Buddhismus einführte und die Geschichtsschreibung begann. Diese Glaubensform beinhaltet, daß Menschen, die in ihrem ersten Leben gefehlt haben, noch einmal
in einer niedrigeren Lebensform, z.B. als Tier, wiedergeboren werden. Bei tibetischen Mönchen geschah das in Form eines heiligen Hundes, der in Tempeln gehalten wurde und in zahlreichen religiösen Riten Verwendung fand. Von Welpen glaubte man, daß diese “weise” geboren wurden. Die Hunde wurden so gezüchtet, daß sie einem Löwen glichen - dem heiligen Tier des Buddhismus - da Buddha einen kleinen Hund besaß, der sich auf Befehl in einen mächtigen Löwen verwandelte, auf dem Buddha reiten konnte.
Der Shih-Tzu, wie wir ihn heute kennen, präsentiert sich als kleiner, kompakter Hund mit einem Gewicht zwischen 4,5 bis 8,1 kg. Er ist länger als hoch, geschlossen und stabil in der Gesamterscheinung, mit breiter, tiefer Brust, festen Schultern und geradem Rücken. Der Kopf ist breit und rund, mit gutem Abstand zwischen den Augen. Shih-Tzus aus englischen Linien, wie sie verstärkt während der letzten 10 Jahre eingeführt wurden, haben einen schwereren und größeren Kopf durch die Einkreuzung von Pekingesen in den 60er Jahren. Leider haben sie aber auch eine Tendenz zu übergroßen, etwas vorstehenden Augen, die häufig Weiß zeigen, ebenso haben sie gerne die gebogenen Unterarme mit ausgestellten Pfoten, wie sie Pekingesen haben.
Das Haarkleid ist lang, dicht und nicht lockig. Leichte Wellen sind erlaubt, reichlich Unterwolle wird gewünscht. Das Schopfhaar wird hochgebunden. Alle Farben und Farbkombinationen sind erlaubt; bei mehrfarbigen Hunden wird eine weiße Stirnblesse und Rutenspitze sehr gewünscht. Die Fellpflege trägt einen wichtigen Teil zu der Gesamterscheinung des Shih-Tzu bei.
Selbstverständlich können bei “Privathunden” die Haare gekürzt werden. Der Shih-Tzu, der in Ausstellungskondition gehalten werden muß, macht seinem Besitzer jedoch einen erheblichen Pflegeaufwand. Tägliches, sorgfältiges Bürsten ist ein unbedingtes Muß, es ist jedoch darauf zu achten, daß nicht zuviel Unterwolle und Haar ausgebürstet werden. Es ist empfehlenswert, das Haar leicht zu ölen, damit es nicht bricht. Spaziergänge durch Wald und Gebüsch sind “out”, sie würden das Haarkleid allzusehr strapazieren. Besondere Pflege braucht der Bart und die Gesichtsbehaarung, um Verfärbungen durch Nässe und Feuchtigkeit zu vermeiden. Das Haar soll möglichst Bogenlänge erreichen, entsprechend ist der Ausstellungs-Shih-Tzu zu halten. Die Pflegemittel-Industrie stellt uns hier eine fast nicht zu übersehende Vielfalt von Mitteln zur Auswahl, angefangen vom Shampoo, bis über Spülungen, Ölen und anderen “Wundermitteln”. Stets wird von den Anwendern ein großes Geheimnis um diese Produkte gemacht, das man um keinen Preis weitergeben würde - die Konkurrenz ist hart.
Leider hat sich in den letzten Jahren noch eine andere Unart breitgemacht: Die des Wickelns. Hierbei werden die Haare des Hundes in einzelne Strähnen aufgeteilt, die jeweils in Papier eingewickelt und zu kleinen Päckchen aufgerollt werden, die ein kleiner Gummi zusammenhält. Es hat sicherlich seine Berechtigung, wenn einige Partien des Hundes, wie z.B. der Bart und das Schopfhaar auf diese Weise behandelt werden, es läßt dem Tier mehr Bewegungsfreiheit und erleichtert die Sauberhaltung ungemein.
Es werden heute von “Pflege-Experten” Hunde in den Ring gestellt, die ihre Haare wie eine Schleppe hinter sich herziehen. Zum ersten geht dies an den Forderungen des Standards vorbei, zum zweiten ist der Hund kaum in der Lage, sich frei zu bewegen, und von dem geforderten fließenden Bewegungsablauf bleibt nichts mehr übrig. Ganz zu schweigen von der rassetypischen Arroganz - wie soll das Tier diesen Eindruck machen, wenn es beim Gehen mit seinen eigenen Haaren zu kämpfen hat.
Hier sind die Ausstellungsrichter und gewissenhaften Züchter gefordert, diesen Unarten Einhalt zu bieten, sonst wird aus dem einst robusten, lebenslustigen, unverwüstlichen Shih-Tzu ein seelenloses Schauobjekt, das im Ring mechanisch seine 3 Runden dreht, Ausstellungsprädikate einsammelt und danach mit aufgewickelten Haaren auf seinen nächsten “Auftritt” wartet.
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Das Ursprungsland der Griffons ist Belgien.
Schon im 18. Jahrhundert wurden dort kleine rauhhaarige Hunde (griffon = rauhhaarig) als Ratten- und Mäusefänger verwendet. Später, als sich der belgische Königshof für die Rasse zu interessieren begann, fanden die Griffons aus Hinterhöfen und Ställen in die Salons der
Adeligen und reichen Bürger.
Mitte des 19. Jahrhunderts veränderte man durch gezielte Einkreuzungen verschiedener Rassen das Gesamtbild des Griffons. Vom Mops bekam die Rasse den typischen großen Kopf, die großen Augen und den kurzen, kompakten Körperbau. Außerdem entstand eine kurzhaarige Variante, der Griffon Brabancon oder Petit Brabancon (Kleiner Brabanter).
Durch Kreuzung mit Ruby-King-Charles-Spaniels erreichte man die zurückgestoßene Nase und die kräftige rote Farbe des Haarkleids und den Körperbau. Als die Rasse um 1880 nach England gebracht wurde, kreuzte man noch den Yorkshire-Terrier ein (der damalige Yorkie-Typ war hochläufiger und wies noch nicht das extrem lange Haarkleid auf). Beim Brabancon soll dazu noch der English Toy Bulldog Pate gestanden haben, so daß eine Trennung der drei belgischen Schläge, die sich vor allem in der Behaarung und der Farbe unterscheiden, berechtigt erscheint.
Den Griffon gibt es also in drei Varianten, die sich laut Standard nur in Art und Farbe des Haarkleids unterscheiden sollten:
Griffon Bruxellois (Brüsseler Griffon)
rauhhaarig / rot
Griffon Belge (Belgischer Griffon)
rauhhaarig / schwarz oder black und tan
Petit Brabancon (Kleiner Brabanter)
kurzhaarig / rot, schwarz oder black und tan
Die Zucht der drei Typen erfolgt in der Regel so, daß man Rauhhaar (Bruxellois, Belge) und Kurzhaar (Brabancon) getrennt züchtet. Dennoch ist es manchmal günstig, in rauhhaarige Linien einen Brabancon einzukreuzen, um bei den Rauhhaarigen die kräftige Haartextur und Farbe zu erhalten und bei einem einheitlichen Rassetyp zu bleiben. Leider fallen in solchen Würfen auch Welpen, die weder ganz rauhhaarig noch kurzhaarig sind und dadurch für Ausstellungen nicht geeignet sind. Deshalb sollte die Kreuzung von Rauhhaar und Kurzhaar nur in überlegten Einzelfällen geschehen.
Der Griffon ist mit einem Gewicht von drei bis höchstens fünf Kilogramm ein Zwerghund, hat aber den Mut eines “Großen”. Griffons haben ein ausgezeichnetes Gespür, ob jemand Freund oder Feind ist und sind ausgesprochen unbestechlich. Als Hausgenossen sind sie anhänglich, zärtlich, sanft und vertragen sich gut mit anderen Haustieren.
Heute ist der Griffon dank seines Charakters und seiner Erscheinung besonders in England und in den skandinavischen Ländern sehr populär. Das ist nicht weiter verwunderlich, da er gerade für die Großstadt ein idealer Begleithund ist. In den deutschsprachigen Ländern erreichte der Griffon eigentlich nie die Bedeutung, die im zukommen sollte. Es ist aber zu hoffen, daß sich dies durch die begonnene Arbeit einiger weniger, sehr engagierter Züchter in naher Zukunft ändern wird.
Das Haar des Zwerggriffon sollte ziemlich hart in der Struktur und kräftig rot oder schwarz in der Farbe sein. Diese beiden so speziellen Eigenschaften des Haares erreicht man eigentlich nur durch richtiges “Handtrimmen”, d.h.: das abgestorbene Haar wird mit den Fingern gerupft. Nur so bekommt der junge Griffon und behält der Show-Griffon seine harte Fellstruktur und Farbe.
Hundesalons kommen sehr selten mit Zwerggriffons in Kontakt und sind daher sicherlich nicht so geübt im Handtrimming, zumal es auch sehr zeitaufwendig (teuer) ist. Die Maschinenschur genügt zwar für den Hausgebrauch, verändert aber Struktur und Farbe negativ.
Jeder Züchter ist sicherlich gerne bereit, neuen Zwerggriffon-Freunden mit Rat und Tat zu helfen. Er wird mit dem neuen Besitzer einen individuell abgestimmten Trimmplan, je nach Beschaffenheit des Haares, erarbeiten.
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